Unser anderes Deutschland

Selbstverständnis der Initiative

 


Wir sind mehr – aber wir müssen anders vorgehen

 

 oder:

 

 Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.” (Vaclav Havel)

 

Die alarmierenden Ereignisse der letzten Tage haben gezeigt, dass unser bisheriges Vorgehen (Organisation von Gegenprotesten, Appelle an die Verantwortlichen, Hoffnung auf die Wirkkraft diverser Medienportale und sozialer Netzwerke usw.) zwar gut und wichtig ist, letztlich aber die Lösung des aktuellen Problems – Erstarken rechtsradikaler Kräfte – nicht mal ansatzweise sichtbar ist. Das bekommen wir vor Ort (insbesondere in Ostdeutschland) alle zu spüren.
Es wiederholt sich immer wieder: Außer (maximal, wenn überhaupt) Lippenbekenntnissen vieler politischer Verantwortungsträger passiert nichts. Wir werden im Stich gelassen, brennen aus. Die, die als aktive Demokraten in rechtsradikalen Kreisen namentlich bekannt sind, finden sich nach unseren Aktionen regelmäßig im Fokus von Hetze, Verleumdungen und Attacken. Jeder von euch hat da seine eigenen traurigen  Geschichten. Die Beweisführung für eine tatsächliche Gefährdung unserer Demokratie ist zum aktuellen Zeitpunkt abgeschlossen. Dafür steht alles, was in unseren Städten passiert ist. 
Es wiederholt sich immer wieder – ist also ein totgerittener Gaul. Besser: Ist ein müder Gaul, der es nicht schafft. Er braucht eine Verjüngungskur. Daher ist ein Strategiewechsel nötig: Die zivilgesellschaftlich Engagierten unseres Landes müssen sich zusammenschließen, um zeitnah  auf Grundlage einer breiten Vernetzung gemeinsam ein erstes großes Zeichen zu setzen und so Initiativen vor Ort zu unterstützen.
Wichtig ist, dass dieses Vorgehen von der breiten Masse der sich engagierenden Zivilgesellschaft ausgeht. Profilierungsbestrebungen - egal welcher Art - sind kontraproduktiv und machen angreifbar. Das hat uns die traurige Geschichte unseres Landes gezeigt.

 
Geh, gehorche meinen Winken,
Nutze deine jungen Tage,
Lerne zeitig klüger sein:
Auf des Glückes großer Waage
Steht die Zunge selten ein;
Du musst steigen oder sinken,
Du musst herrschen und gewinnen,
Oder dienen und verlieren,
Leiden oder triumphieren,
Amboss oder Hammer sein.
(Johann Wolfgang von Goethe: Cophtisches Lied)